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Video aus dem Bus der Hölle: Mit dem M29 von Kreuzberg zum Wittenbergplatz

Sogar zu einer eigenen Facebook-Seite hat es die Berliner Buslinie M29 gebracht: M29 - Bus der Hölle wird er dort genannt. Das M in M29 steht übrigens für Metrolinie. Im Unterschied zu Bussen ohne M stehen die Metroliner in einer dichteren Taktfolge im Stau und sind noch vollgestopfter mit Berliner Bevölkerung und Touristen.

Folglich ist damit auch der M29 gerne unpünktlich, fast immer überfüllt und manchmal wartet man auch vergeblich, wenn die Stadt wieder einmal halb Neukölln, Kreuzberg, Mitte und Schöneberg wegen
Berlin-MarathonBerlin-Halbmarathon  Radrenneneiner Demo/ProtestaktionBaustelleWasserrohrbruchUnfallPolizeieinsatzRettungseinsatzNix gesperrt hat. Die Busfahrer_innen müssen die wuchtigen Doppeldeckerbusse zudem über eine irre Distanz durch mehrere Stadtbezirke voller Staus und Dauerbaustellen, irrer Autofahrer, Falschparker und bisweilen selbstmörderisch kreuzender Radfahrer steuern. Dabei kommen sie durch anarchistisch anmutende Straßenabschnitte wie die Kreuzberger Orani…
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Die Frühlingsfarben von Berlin

Diese Stadt ist eine echte Winterhölle. Grau, grau, grau. Doch sobald die Sonne wieder wärmt, kommen die Farben zurück. Bei jedem Spaziergang, jedem Weg zur und von der Arbeit entdecke ich die Buntheit von Berlin. Jeder Frühling bringt etwas Neues, zum Beispiel den knallgelben VW Bully auf dem kleinen Markt auf dem Herrmannplatz, die syrischen Konditoreien und Läden, die drölfzigmillionen Nusssorten und geröstete Sonnenblumenkerne verkaufen. 





Auch wenn ich meine Ricoh GR II sehr liebe, habe ich doch ab und zu auch noch die schon leicht marode Samsung EX1 dabei, so wie bei diesen Fotos. Irgendwie mag ich die leicht ausgefressene Optik und das luzide Himmelblau, wahrscheinlich weil es mich an den Sommerhimmel der Summergames auf dem C64 erinnert.

Unleserlich: Das Ebook und die PDF-Pest

Ich versuche gerade die Programmiersprache Python zu lernen und kaufte mir  dafür ein Buch aus einem bekannten Wissenschaftsverlag.  Der Verlag ist so nett und bietet zusätzlich zum Papierbuch kostenlos die Ebook-Variante an, die es gegen einen im Buch abgedruckten Promocode im Onlineshop zum Download gibt. 
Dieses Angebot nahm ich gerne in Anspruch, denn ich habe einen Tolino-Reader, den ich für unterwegs in der Bahn oder im Bus oft mitnehme. Für Texte im EPUB- oder Text-Format ist er sehr gut geeignet, weniger gut gelöst ist allerdings die PDF-Darstellung. Wenn das PDF vom Layout nicht auf das Readerformat angepasst ist, wird das Lesen zur Qual. Das sollte sich jetzt rächen.

Auf meinem Tolino öffnete sich nach dem Download des Python3-Buches leider das Print-PDF: Die Schrift winzigklein, die farbigen Auszeichnungen ein grauer Einheitsbrei. Was in einem relativ großformatigen Buch gedruckt wunderbar funktioniert, das ist am Ebookreader nur noch Augenpulver. Wäre das Buch keine kostenl…

Heiße Liebe in Schwarz nach enttäuschter Beziehung

Es gab schon einige in meinem Leben. Kantige, Zickige, Schmiegsame, Unauffällige, Laute, Professionelle und welche mehr zum Spielen, denn zum ernsthaften Arbeiten. Ich rede hier von Fotoapparaten – und wer schon einmal ernsthaft über einen längeren Zeitraum fotografiert hat, wird mir womöglich zustimmen, dass sich zwischen dem Apparat und dem fotografierenden Menschen mit der Zeit eine gewisse (haptische) Beziehung aufbaut.

Mich hat es im vergangenen Sommer schwer erwischt. Brennende Leidenschaft, große Liebe, nach vielen müden Kompromissen. Inzwischen verstehe ich den Enthusiasmus der Leicafans. Es ist wohl diese Kombination aus Wertigkeit und Reduktion auf das Wesentliche: Eine Maschine zum Bilder festhalten, ohne Kompromisse und Schnickschnack, mit sündteuren, aber auch sehr guten Optiken. Doch bei mir ist es die Ricoh, die mich zum Fanboy machte.


Von der Samsung EX1 zur Ricoh GR II Müde von den Unzulänglichkeiten meiner Samsung EX1, machte ich mich auf die Suche nach Ersatz für d…

Büroalltag: Kleingärtnern in der Hitzehölle

Ein Büro ist eine recht standardisierte Umgebung. "Meins" (es gehört ja nicht wirklich mir) hat die übliche Ausstattung aus grauem Nadelfilzteppich, beigen und grauen Möbeln und weiß gestrichenen Strukturtapeten an der Wand.

Grandios ist allerdings der Blick aus dem Fenster - im Sommer schaue ich direkt ins dichte Laubwerk einer mächtigen Traubeneiche; in ihren nackigen Monaten gewährt sie mir Aussicht auf die umliegenden Bürogebäude.

Gut fürs Gemüt
Die große Pflanze vor dem Bürofenster ist zwar nett, aber ich wollte in dem ganzen Grau auch wieder ein paar grüne Kumpels haben, nachdem das Fensterbrett lange Zeit einen traurigen Anblick geboten hatte. Der Arbeitsalltag lockert sich doch ein wenig auf, wenn man nach langen Stunden am Computer dem Kaktus über das Stachelkleid schrabben kann. Die Erkenntnis, dass Zimmerpflanzen gut fürs Gemüt sind und im Grunde jedes Büro welche braucht, wurde mir jedoch nicht in die Büromenschenwiege gelegt.

Jahrelang hatte ich zwei verwachsen…

Es ist ein Auto, es ist ein Opel, ein Opel Kadett

Heute wurde das Geschäft verkündet. Für schlappe 1,3 Milliarden Euro stößt General Motors Opel ab. Ist es Zufall, dass ich gestern am Rand des Humboldthains auf einen arg lädierten Kadett B mit Oldtimerkennzeichen stieß? Die rechten Reifen beide platt, der Lack rau und matt, aber ansonsten äußerlich unversehrt. Das Innenleben dürfte aber nicht so gut aussehen, sonst würde das Schätzchen nicht scheinbar herrenlos vor sich hingammeln. Außen ok, wenn man genauer hinsieht aber ziemlich mürbe, so wie lange Zeit die einst glorreiche Firma aus Rüsselsheim, diesem Ort, von dem jeder schon gehört, den aber kaum jemand besucht hat. 



Die deutsche Automarke für Rentner und Fuchsschwanzbesitzer wird also französisch. Ob mein Opa, der fanatische Opelfan, jetzt nochmal eines der Autos mit dem Blitz am Kühler kaufen würde? Vermutlich schon, denn dass Opel zu General Motors gehörte, hatte ihn trotz seines historisch begründeten Antiamerikanismuses nie gestört. Die Frage ist natürlich rein hypothet…

Karpfenreportage: Des Franken liebsten Fisch auf der Spur

Manche Fotomotive lassen mich einfach nicht los.

Der fränkische Spiegelkarpfen zum Beispiel fasziniert mich seit meiner Kindheit. Aufgewachsen in einer Gastwirtschaft, wurde ich als kleiner Junge jeden Herbst Zeuge eines wahrhaft gargantuischen Ereignisses – der "Fischpartie" im Gasthaus Bräustübl in einer kleinen fränkischen Marktgemeinde. 250 bis 300 Karpfen von je rund 1,5 kg Gewicht verkaufte meine Großmutter, die legendäre Grete Süß, in halben Portionen innerhalb von 4 Tagen an die hungrigen Gäste.



Ein goldgrüner Karpfen nach dem anderen wurde geschlachtet  Das Bild der Metzgers, der die lebenden Fische in dieser Zeit schlachtete und für die Küche vorbereitete, werde ich nie vergessen. Das stand dieser mächtige, fast zahnlose Mann mit weißer Schürze und blaugestreifer Arbeitskleidung in der Waschküche, die als Schlachthaus diente. Mit präzisen Handgriffen holte er einen goldgrün schimmernden Spiegelkarpfen nach dem anderen aus einer riesigen Zinkwanne, betäubte die zapp…