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Porträtfotografie: Wie ich Teil des Projekts „Sofort Bild Portrait“ wurde

Nun war ich recht begeistert von dem Kunstprojekt, das der Fotograf Oliver Blohm über mehrere Wochen in der Kommunalen Galerie Berlin vorantrieb. Bei der Eröffnung der Ausstellung hatte es leider nicht geklappt mit einem Porträt von mir (bei der Tombola für ein Foto zog ich wie üblich eine Niete), fragte ich per Mail nach, ob ich bei dem Projekt mitmachen dürfte.

Und siehe da: ich bekam eine total nette Einladung und am 7. Mai fotografierte mich Oliver Blohm für sein Polaroid-Projekt „Sofort Bild Portrait“. Es machte sehr viel Spaß und am Ende kam auch wirklich tolles Porträt aus der Kamera. Am 4. Juni war nun der Abschluss der Ausstellung – die Finissage musste leider ohne den Fotografen stattfinden.
Das war etwas schade, weil die Besucherinnen und Besucher vom wieder vollkommen unvorbereitet wirkenden Kurator nur Allgemeinplätze über das Projekt erfuhren. Ich fand das recht enttäuschend und dem Projekt nicht angemessen. Aber die komplette Ausstellung mit vielen ihren wunderbaren g…
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Faszination Porträtfotografie: Die Austellung als Prozess – „Sofort Bild Portrait“ in der Kommunalen Galerie Berlin

Wahrscheinlich ist das Abbild des menschlichen Gesichts eines der ältesten fotografischen Genres. In seiner digitalen Form könnte das Selbstporträt inzwischen den Eiffelturm als meistfotografiertes Motiv abgelöst haben. Denn dank Instagram und Whatsapp werden nach meiner Schätzung jede Sekunde 7,66765 x 10⁹ Duckfacebilder und Selfis in die digitalen Speicher dieser Welt hochgeladen. Dass Porträts trotz dieser Bilderinflation noch faszinieren, zeigt ein Projekt des Fotografen Oliver Blohm in der Kommunalen Galerie Berlin. Dafür braucht er nur zwei Dinge: Zeit und eine vor dem Aussterben gerettete Technik.

FrüherTM war das Sofortbild, als es noch Polaroid hieß, der Inbegriff der schnellen Fotografie. „Sofort“ ist natürlich ein relativer Begriff. Denn nach dem Belichten des Polaroidfilms dauerte es etliche Minuten bis das langsam sichtbar werdende Bild ausentwickelt war. Aber in einer Zeit, in der Negative noch mittels Chemie zeitaufwendig und mit viel Gestank und Flüssigkeit aus entwic…

Video aus dem Bus der Hölle: Mit dem M29 von Kreuzberg zum Wittenbergplatz

Sogar zu einer eigenen Facebook-Seite hat es die Berliner Buslinie M29 gebracht: M29 - Bus der Hölle wird er dort genannt. Das M in M29 steht übrigens für Metrolinie. Im Unterschied zu Bussen ohne M stehen die Metroliner in einer dichteren Taktfolge im Stau und sind noch vollgestopfter mit Berliner Bevölkerung und Touristen.

Folglich ist damit auch der M29 gerne unpünktlich, fast immer überfüllt und manchmal wartet man auch vergeblich, wenn die Stadt wieder einmal halb Neukölln, Kreuzberg, Mitte und Schöneberg wegen
Berlin-MarathonBerlin-Halbmarathon  Radrenneneiner Demo/ProtestaktionBaustelleWasserrohrbruchUnfallPolizeieinsatzRettungseinsatzNix gesperrt hat. Die Busfahrer_innen müssen die wuchtigen Doppeldeckerbusse zudem über eine irre Distanz durch mehrere Stadtbezirke voller Staus und Dauerbaustellen, irrer Autofahrer, Falschparker und bisweilen selbstmörderisch kreuzender Radfahrer steuern. Dabei kommen sie durch anarchistisch anmutende Straßenabschnitte wie die Kreuzberger Orani…

Die Frühlingsfarben von Berlin

Diese Stadt ist eine echte Winterhölle. Grau, grau, grau. Doch sobald die Sonne wieder wärmt, kommen die Farben zurück. Bei jedem Spaziergang, jedem Weg zur und von der Arbeit entdecke ich die Buntheit von Berlin. Jeder Frühling bringt etwas Neues, zum Beispiel den knallgelben VW Bully auf dem kleinen Markt auf dem Herrmannplatz, die syrischen Konditoreien und Läden, die drölfzigmillionen Nusssorten und geröstete Sonnenblumenkerne verkaufen. 





Auch wenn ich meine Ricoh GR II sehr liebe, habe ich doch ab und zu auch noch die schon leicht marode Samsung EX1 dabei, so wie bei diesen Fotos. Irgendwie mag ich die leicht ausgefressene Optik und das luzide Himmelblau, wahrscheinlich weil es mich an den Sommerhimmel der Summergames auf dem C64 erinnert.

Unleserlich: Das Ebook und die PDF-Pest

Ich versuche gerade die Programmiersprache Python zu lernen und kaufte mir  dafür ein Buch aus einem bekannten Wissenschaftsverlag.  Der Verlag ist so nett und bietet zusätzlich zum Papierbuch kostenlos die Ebook-Variante an, die es gegen einen im Buch abgedruckten Promocode im Onlineshop zum Download gibt. 
Dieses Angebot nahm ich gerne in Anspruch, denn ich habe einen Tolino-Reader, den ich für unterwegs in der Bahn oder im Bus oft mitnehme. Für Texte im EPUB- oder Text-Format ist er sehr gut geeignet, weniger gut gelöst ist allerdings die PDF-Darstellung. Wenn das PDF vom Layout nicht auf das Readerformat angepasst ist, wird das Lesen zur Qual. Das sollte sich jetzt rächen.

Auf meinem Tolino öffnete sich nach dem Download des Python3-Buches leider das Print-PDF: Die Schrift winzigklein, die farbigen Auszeichnungen ein grauer Einheitsbrei. Was in einem relativ großformatigen Buch gedruckt wunderbar funktioniert, das ist am Ebookreader nur noch Augenpulver. Wäre das Buch keine kostenl…

Heiße Liebe in Schwarz nach enttäuschter Beziehung

Es gab schon einige in meinem Leben. Kantige, Zickige, Schmiegsame, Unauffällige, Laute, Professionelle und welche mehr zum Spielen, denn zum ernsthaften Arbeiten. Ich rede hier von Fotoapparaten – und wer schon einmal ernsthaft über einen längeren Zeitraum fotografiert hat, wird mir womöglich zustimmen, dass sich zwischen dem Apparat und dem fotografierenden Menschen mit der Zeit eine gewisse (haptische) Beziehung aufbaut.

Mich hat es im vergangenen Sommer schwer erwischt. Brennende Leidenschaft, große Liebe, nach vielen müden Kompromissen. Inzwischen verstehe ich den Enthusiasmus der Leicafans. Es ist wohl diese Kombination aus Wertigkeit und Reduktion auf das Wesentliche: Eine Maschine zum Bilder festhalten, ohne Kompromisse und Schnickschnack, mit sündteuren, aber auch sehr guten Optiken. Doch bei mir ist es die Ricoh, die mich zum Fanboy machte.


Von der Samsung EX1 zur Ricoh GR II Müde von den Unzulänglichkeiten meiner Samsung EX1, machte ich mich auf die Suche nach Ersatz für d…

Büroalltag: Kleingärtnern in der Hitzehölle

Ein Büro ist eine recht standardisierte Umgebung. "Meins" (es gehört ja nicht wirklich mir) hat die übliche Ausstattung aus grauem Nadelfilzteppich, beigen und grauen Möbeln und weiß gestrichenen Strukturtapeten an der Wand.

Grandios ist allerdings der Blick aus dem Fenster - im Sommer schaue ich direkt ins dichte Laubwerk einer mächtigen Traubeneiche; in ihren nackigen Monaten gewährt sie mir Aussicht auf die umliegenden Bürogebäude.

Gut fürs Gemüt
Die große Pflanze vor dem Bürofenster ist zwar nett, aber ich wollte in dem ganzen Grau auch wieder ein paar grüne Kumpels haben, nachdem das Fensterbrett lange Zeit einen traurigen Anblick geboten hatte. Der Arbeitsalltag lockert sich doch ein wenig auf, wenn man nach langen Stunden am Computer dem Kaktus über das Stachelkleid schrabben kann. Die Erkenntnis, dass Zimmerpflanzen gut fürs Gemüt sind und im Grunde jedes Büro welche braucht, wurde mir jedoch nicht in die Büromenschenwiege gelegt.

Jahrelang hatte ich zwei verwachsen…